Stadtrundfahrt 2011 - Bericht

Eine Stadtrundfahrt nennt sich Stadtrundfahrt, weil es eine runde Sache ist.
Da Gelsenkirchen aber länger als breiter ist, hätte man sie deshalb eigentlich Stadtellipsenfahrt nennen sollen (für die mitlesenden Studenten, die nicht wissen, was eine Ellipse ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Ellipse ;-))...

Nachdem ein gutes Drittel der Teilnehmer vom Bus an der AWO Grenzstraße aufgesammelt wurde, ging's zum eigentlichen Start der Reise, namentlich zum ehemaligen Schalthaus an der Ecke Hohenzollernstraße/Wildenbruchstraße. Praktischerweise steht man dort mit dem Bus auch keinem im Weg herum.

Um 14 Uhr war der Bus mit ca. 40 Teilnehmern dann gefüllt, so dass nach einer kurzen Begrüßung durch Wolfgang (siehe "Ortsvereinsvorsitzender") unser Stadtgeschichtenerzähler, Friedhelm Mruk, übernehmen konnte. In geradezu schlafwandlerischer Gelassenheit dirigierte er die BusfahrerIN durch Gelsenkirchen und zauberte allerlei Anekdoten und Wissenswertes über die Stellen aus dem Hut, die wir gerade passierten. Alles auswendig und ohne Internetanschluss!


Und während ich noch dachte, mein solides Wissen über Gelsenkirchen ist schon ganz ordentlich, wurde ich Meter über Meter zurückgelegter Strecke eines Besseren belehrt.

  • Wer kann denn schon wissen, wo die alte Glückauf-Brauerei stand?
  • Oder dass die Köttelbecke, gemeinhin als Schwarzmühlenbach bekannt, die irgendwo in der Nähe des Marienhospitals in Ückendorf verläuft und auch mal die Hattinger Straße quert, der Grenzfluss zwischen Nordrhein und Westfalen ist?
  • Oder dass das Wasserschloss Lüttinghof das nördlichste Haus Gelsenkirchens darstellt und die Gegend um den Lüttinghof der nördlichste Bereich Gelsenkirchens ist?
  • Oder wer kann sich noch daran erinnern, dass man im Wassergraben von Schloss Horst mal Böötchen fahren konnte?
  • Oder dass die Emscher zu ihren wilden Zeiten einigen "Spass" in Form von Überschwemmungen garantierte und ihr Wasser eben den Wassergraben von Schloss Horst speiste?
  • Oder... oder... oder...

In den Zweieinhalb Stunden, die wir unterwegs waren, sind wir nicht durch alle Stadtteile gefahren - angesichts der schier endlosen Geschichten, die man von den unzähligen Plätzen in Gelsenkirchen erzählen könnte, wären wir dann wahrscheinlich immer noch, Hunger darbend, unterwegs.


Was nicht bedeuten soll, dass ich nicht noch gerne weitere 2 bis 8 Stunden den Geschichten im Bus gelauscht hätte. Aber wenn's am schönsten ist, soll man aufhören - so endete die Fahrt dann auch wieder am Schalthaus bzw. an der AWO Grenzstraße mit einem äußerst zufriedenem Publikum. Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die Stadtrundfahrt auch in Zukunft einen festen Platz bei der SPD Bulmke haben wird.

Unser Dank geht an den "Erzählonkel" Friedhelm Mruk (wie merkt der sich bloß alle diese Details...?) und mein persönlicher Rat an alle, die noch überlegen, ob sie beim nächsten 'mal mitfahren sollen: JA! Mitfahren! Packt Eure Kinder/Enkel/Tanten/Onkel/Eltern/etc. mit ein und begebt Euch auf eine Reise in eine nicht allzu ferne Vergangenheit Gelsenkirchens.

 

 

Und zum Schluss gibt es eine detaillierte Karte mit der Streckenführung. ;-)))

 

Stadtrundfahrt Streckenführung

Der grüne Klecks markiert Start- und Zielpunkt.

Der Umriss der Stadtgrenze stammt von Marc Schuelper. Siehe dazu auch den Eintrag in Wikimedia.